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Sonntag, 15. Februar 2009

Zu Besuch in Gaytown

Einige von euch werden es vielleicht mitgekriegt haben: Ich war die letzte Woche in England, mich erholen. Ersteres ist wahr, letzteres nicht.

Ungeachtet der Tatsache, dass das hier eigentlich ein EVE-Blog ist, werde ich die mir gegebene Tastatur nutzen, um euch ein wenig von meinen Erlebnissen an der Grenze zu Viel-zu-weit-weg-Land zu berichten.

Sonntag:
Abreise. Im Bus. Inmitten einer Horde von Zehntklässlern. (Anmerkung: Die Fahrt wird jährlich von meiner Schule aus organisiert, ergo ist der Anteil von Schülern im Vergleich zu Erwachsenen extrem hoch)

Montag:
Land unter nach mehr als 15 Stunden Busfahrt ohne Schlaf (ich habe kein Zeitgefühl und, um meine Nerven zu schonen, auch nicht auf die Uhr geschaut).
Besichtigung des (un-)feinen Canterburys sowie des windigen, nassen und vor allem kalten Dover Castles. Ersteres beschränkte sich auf Aussteigen, Geld abheben, Essen einer Sausage with Cheese, Toilettenbesuch im Restaurant zur Goldenen Möwe und anschließendes Einsteigen. Letzteres auf zwei Stunden im-Kreis-Laufen, da so ziemliche alle 'Attraktionen' (der Turm, die Verliese, die Wartunnels etc.) geschlossen waren.
In Brighton, 'Europas Hauptstadt der Homosexuellen' sowie Heimat unserer Gastfamilien, steht das Wasser an und in allen Ecken, die Abflusssysteme sind heillos überlastet. Wahrscheinlich vom nicht (mehr) vorhandenen Schnee...

Dienstag:
Schöner Tag No. 1! Auch wenn er mit einer ereignislosen Besichtigung Brightons beginnt, das erstaunlich trist ist. Trotz des 'berühmten' Brighton Piers, auf dem ein (zum Zeitpunkt unserer Besichtigung geschlossenen und eiskalten) Vergnügungspark zu finden ist. Und trotz des Pavillons, den irgendein englischer Adeliger vor einiger Zeit gebaut hat und der aussieht, als ob der zuständige Architekt verschiedene Lego-Bausets miteinander vermischt hat. Moschee, Kreml, Moderne ... ein Wunder, dass das Ding noch nicht Architektur-Extremisten zum Opfer gefallen ist.
Im Anschluss besuchten wir dann Battle Abbey, ein mittelmäßig erhaltenes Kloster/Abtei/... , an welchem sich 1066 Franzosen und Briten um die Krone geprügelt haben. Faszinierend.
Auf dem Weg dorthin sind wir allerdings an Beachy Head vorbeigekommen, einer absolut malerischen Ausbuchtung des Festlandes samt Felsennadel und Leuchtturm - ein absolutes Muss für den, der nicht nur den ganzen Tag shoppen gehen muss.

Mittwoch:
Besuch des berühmten (diesmal wirklich) Stonehenge. Es lässt sich im Grunde mit vier Worten zusammenfassen: Grüne Wiese mit Steinen. Kostet allerdings in meinen Augen £6.40 zu viel. Danach haben wir uns noch Winchester zu Gemüte geführt, ebenfalls nicht sonderlich toll, aber immerhin hält das gute Wetter jetzt den zweiten Tag an. Auf der Rückfahrt fahren wir durch den New Forest Naturpark, einer gigantischen Fläche, auf der die ansässigen Tiere (wir haben vor allem Pferde [Ponys?] gesehen) frei herumlaufen.
Das beste daran ist aber das zentral im Park gelegene Dorf Lyndhorst mit seinen "Low Emission Zone!"-Schildern an den Parkplätzen sowie dem Ferrari-Maserati-Porsche-Geschäft.

Donnerstag:
Besichtigung Windors mit seiner ausnahmsweise mal sehr schön gemachten Einkaufs(viertel)meile. Das Schloss schreckt leider abermals mit exorbitanten Preisen ab - nächster Halt ist das Globetrotter Inn in London, wo wir eine Nacht übernachten. Zusammen mit lauthals gröhlenden Franzosen und Spaniern ... man kann nicht einmal duschen, ohne Angst haben zu müssen, dass gleich irgendwer die Sperrholztür eintritt - ganz anders ist es mit den für Gefängniszellen geeigneten massiven Metalltüren. Da hat man eher Angst, die am Morgen nicht mehr aufzubekommen - der Fluchtweg aus dem Fenster des dritten Stockwerks ist nicht sonderlich einladend, man will ja nicht auf einem der überall herumgeisternden Grauhörnchen landen.
Zuvor waren wir noch im Harrods, diesem Sündentempel von Kaufhaus. Kirschen für £44 das Kilogramm? Designer-Karabiner? Gibt es alles! Muss man einmal im Leben gesehen haben, aber das wars auch schon. Auch wenn ich noch ein schickes Handpuppen-Krokodil für mein Brüderchen erworben habe.

Freitag:
Acht Stunden Freizeit in London. Was macht man an einem Drittel-Tag? Science Museum angucken - eine Stunde. Oxford Street mehrmals rauf und runter laufen - drei Stunden. Mit der U-Bahn hin- und herfahren - eine Stunde. Bei jeder Gelegenheit essen - zwei Stunden. Im Park sitzen und schnacken - eine Stunde. Puh - Geschafft!
Da wir in Dover zwei Fähren abwarten werden müssen (aufgrund eines bescheuerten Valentinstag-Angebotes von SeaFrance sind die Fähren selbst nachts ausnahmslos voll), bekommen wir vom Fährbetreiber einen Film im Prince Charles' Cinema spendiert. "My Name Is Bruce." Grässlicher Film, ich kann jedem davon abraten, auch nur das Poster davon anzuschauen.

Samstag:
Wir bekommen bereits die Drei-Uhr-Fähre statt der zwei Stunden später und nutzen den dadurch entstandenen Zeitvorsprung, um den Reifen unseres Busses platzen zu lassen sowie einem der Zehntklässler die Möglichkeit zu geben, zu kollabieren und sich zu übergeben. Er nutzt die Chance übrigens. Gegen 17 Uhr sind wir dan wieder in Rostock - Juchuh!

Von meiner üblichen Schlechtmache einmal abgesehen war die England-Fahrt wirklich toll. Ich kann jedem nur empfehlen, sich England anzusehen, wenn man die Gelegenheit dazu hat.

P.S.: Wetten, ich bereue den Titel dieses Posts?

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Zehn kleine Jägerlein ...

Ja, ich werde mich im folgenden aufregen. Ich werde mich bemühen, dass unpersönlich zu halten, falls es mir aber einmal nicht gelingen sollte, dann möge man mir verzeihen.


Im Folgenden eine kurze Schilderung der Corpgeschichte, soweit es zur Sache tut.

Der Gründer der Corp tritt aus, um wenige Wochen später zurückzukehren, und das Ruder wieder zu übernehmen. Währendessen war der CoCEO an der Macht.

Ich trete ein.

Während meiner Zeit kommen einige weitere in die Corp, sowohl PvP-Noobs, wie ich einer bin, als auch erfahrene Recken.

Der CoCEO hat Internetprobleme und ist daher nicht ingame. Stattdessen nutzt er seine kurzen Onlinezeiten, um im Forum auf Probleme hinzuweisen, die ohne diesen Hinweis kein Problem sind. Er gießt schön Öl ins Feuer, aber führt die von ihm derart angeheizten Diskussionen nicht sinnvoll fort. Das wird letztlich zu einer Art Privatfehde zwischen ihm und dem CEO.

Im Anschluss tritt der CEO aus, gründet eine eigene Corp. Zwei aus der Corp folgen ihm.

Ich werde CEO, bin aber, wie die meisten, unmittelbar vor dem Austritt und gebe daher meine Rechte ab. Als Nachfolger habe ich den vorherigen CoCEO eingesetzt.

Nach Aufmunterung im Forum entscheidet man sich, also der verbliebene Rest und ich, Totengräber 3.0 zu starten. Besagter CoCEO übergibt mir wieder den Titel des CEOs, da er wieder zu viel RL hat. Der harte Kern macht im Anschluss einen Schlachtplan, um die Totengräber wieder auszubuddeln.

Heute komme ich online, erstes Member, das kommt, verabschiedet sich, weil im EVE nicht passt.

Das Zweite ist wieder besagter CoCEO, welcher grußlos seine Kündigung einreicht und eine neue Corp aufmacht. Er sagt noch, von mir angeschrieben und gefragt, dass er mit dem Corpkonzept nicht einverstanden ist und lieber WoW spielen geht.


Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh.

Erwachsene Menschen? In EVE? Fehlanzeige. Keiner ist in der Lage, einmal Argumente zu nennen, Gründe, was auch immer, oder auch nur was Konstruktives beizutragen. Stattdessen wird übereinander hergefallen, um im Anschluss das zuvor Kritisierte selbst zu tun.
Ich hoffe, das die ersten Monate meiner EVE-Existenz bei den Sternenschauern (meiner vorherigen Corp) nicht der absolute Ausnahmefall sind, und nicht alle anderen Corps / Spieler derart sozial inkompetent sind. Probleme? Jippie, vor denen kann man super weglaufen!


Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Post äußerst subjektiv ist. Ich bin mir auch sicher, dass ich damit manchen von den alten ... Machtinhabern ziemlich auf die Füße trete. Denn so soll es sein. Es will in meinen kleinen Kopf einfach nicht hinein, wie man sich derart anstellen kann.

Abschließend kann ich nur sagen, was Palmbeach bei seinem Austritt gesagt hat, nachdem ich ziemlich angepisst reagiert hatte: bevor es hier ausartet.... haut rein!

Edit: Nein, jetzt hab ich doch Namen genannt ....

Dienstag, 7. Oktober 2008

lol

Ach du je, es wird wohl mal wieder Zeit, ein paar Ergüsse aufs Papier, ich meine Pixel zu bringen. Ich bemühe mich im Corpchat gegenüber den Leuten immer Neutralität zu wahren, halbwegs freundlich und nicht allzu abweisend zu wirken. Es gibt Leute, bei denen gelingt mir das, in meinen Augen, absolut nicht.

Wir haben einen Charakter in der Corp, der hat sich erst einen Knalldari geholt, damit er Raven und Freunde fliegen kann, nachdem er einsehen musste, dass sein älterer Char das wohl nicht so richtig wirklich effektiv kann. Wie teuer der Char war, weiß ich nicht, will ich auch gar nicht wissen. Jedenfalls hat er jetzt einen Knalldarichar, vielleicht ein gutes dreiviertel Jahr alt ist, gekauft. Um die überaus beliebten Solopwnagebbqmobile nutzen zu können. Dass er damit gegen unsere PvP-fähigen dennoch haushoch verliert, kapiert er irgendwie nicht.

Unsere Ratschläge, für PvP auf Gallente zu wechseln, ignoriert man getrost. Eine Myrmidon, die auf Schild getankt ist, so von wegen zwei Battlecruiser haben Probleme, den Schild kleinzukriegen. Er behauptet knallhart, dass Schiff wäre nicht getankt. Ja, sicher doch. Mittlerweile weiß er glaube ich, dass das auch ein Tank ist. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob er noch in Schild-HP und Ähnlichem denkt. So nach dem Motto: "Ich hab doch aber 15356345Mio Schild-HP, warum platz' ich denn trotzdem?" "Wegen den Resis." "Aber ich hab doch...."

Genau, er scheint EVE nicht so richtig wirklich zu verstehen.

Als er bei uns in die Corp kam, hatte er mehrere Milliarden auf dem Konto. Er hatte behauptet, dass er früher schon einmal einen Char gehabt hätte und mit diesem mehrere Milliarden erwirtschaftet habe, nun aber noch einmal neu anfangen wollte. Okay, das glaubt man ihm einfach, er hat aber auch keinen Namen genannt, man kann es also auch nicht im geringsten nachprüfen.

Aber trotzdem stellt er sich regelmäßig derart blöd wie oben beschrieben an ... da kommen doch ernsthafte Zweifel an seiner vorherigen EVE-Vergangenheit auf. Nun gut, egal, Deppen gibt es immer wieder und überall. Irgendwann hat er denn erwähnt, dass er GTCs verkauft. Von der Seite des persönlichen Egos her wollen wir das jetzt einmal gar nicht beleuchten. Aber immerhin ist die Vergangenheit plötzlich nachvollziehbarer.

Egal. Heute kam er dann wieder mit einem brandneuen Char an. Jahrgang 2005, laut ineve.net so um die 50'000'000 SP. Er kann Carrier, Dread, Marauder fliegen. Carrier war dabei. Sein langer Traum war endlich erfüllt. Ich will nicht wissen, was meine Nachbarn auf der anderen Seite der Wand hinter meinem PC gedacht haben müssen, als ich lauthals losgelacht habe. Er kam online und hat mehr oder weniger gleich gefragt, wie denn nun der Jumpdrive geht. Okay, wie genau, also welcher Button nun wann gedrückt werden muss, dass kann man wirklich nur schwerlich wissen.

Aber das Sahnehäubchen kommt ja erst noch: Er wollte ohne Cyno jumpen. Er wusste nicht, dass man so einen Cyno braucht, damit der Carrier was hat, das er anspringen kann. Wer zum Geier kauft sich einen Char, welcher Caps fliegen kann, ohne zu wissen, dass man nen Cyno gebrauchen könnte? Er hat den Carrier dann kurzerhand stehen gelassen und ist afk durch den HighSec gegurkt.

Plötzlich kam im Chat die Frage, warum denn der Gallente Major auf ihn schießen würde. Liegt wahrscheinlich an deinem Sicherheitsstatus. Ich habe ihn vorher noch im private darauf hingewiesen, aber Ignoranz ftw.

Die Komödie ging noch weiter. Er stellt sich mit der Hyperion in den Belt. Okay soweit. Er tarnt sich und lauert auf andere BS, welche er als Opfer betrachtet. Das mit dem Tarnen gewisse Nachteile einhergegen, ist ihm völlig unbewusst.

Mein Gebiss steckte in der Tischplatte fest, als ich den Chat mitverfolgte. Ich hätte den Aralsee mit Galle wiederauffüllen können.

Noch ein finaler Gedanke, so abschließend:
Bei Shattered Crystal kosten 60-Tage-GTCs so rund 23€, im Forum auf eo.de werden sie so auf 450'000'000 ISK beziffert. Unter der Annahme, dass der Char so in etwa 12'000'000'000ISK gekostet hat, man darf schließlich nicht den mitgelieferten Carrier vergessen, wären das in Euro:
12Mrd ISK / 450Mio ISK x 23€ = 600+ €.

Er hat 600€ für einen Char ausgegeben?

Blizzard, ich hab hier einen neuen Kunden für euch! Er wird euer Spiel lieben, denn endlich kann er seine nicht vorhandenen Fähigkeiten mal nutzen: Stupide Aufleveln, immer und immer wieder.

Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr. So ich geh ins Bett.


P.S.: Das soll kein Affront gegen WoW-Spieler sein, ich kenne einige, die absolut nicht blöd sind. Aber ich habe gewisse Tendenzen, EVE-unfähige Leute auf Blizzards Produkt abzuschieben.

Dienstag, 30. September 2008

Dooooooooowntime

Downtime ist Depritime. Man kommt aus der Schule, hat stundenlang inadäquaten Leerkräften gelauscht und ihnen dabei zugeschaut, wie sie verkorkste Sätze und falsche chemische Formeln an die Tafel bringen, in dem sie tote Tiere auf deren Metalloberfläche zerreiben. Man ist seelisch ausgelaugt und braucht dringend ein wenig Entspannung.

In der Straßenbahn fällt einem dann ein, Ach, Patch .... verdammt...

Man überbrückt die Zeit bis zum angepeilten Ende der Downtime mit sinnlosen Tätigkeiten wie Hausaufgaben und Essen, fünf Minuten vor sechs startet man den Client. Schweißperlen strömen von der Stirn. Der Blick fällt auf die Mitteilung. Extended until 17.00GMT. Die Schweißperlen erstarren erst zu Eis, dann verdampfen sie auf der Stelle, man springt zwischen Schüttelfrost und Fieber hin und her. Achterbahnfahrt der Hormone.

Wieder eine Stunde Herzschmerz. Man wirft einen angstvollen Blick in EVE-MON. Hat man jetzt Laboratory Operations auf IV oder doch schon Electronics auf V reingehauen? Erleichterung. Keine teure Skillzeit verschwendet, war doch Electronics.

Mit zitternden Händen sucht man nach anderen Betätigungen. Deutsches Forum durchlesen. Sind noch nicht so viele neue Posts in der letzten halbe Stunde dazugekommen, die man lesen könnte. Die geröteten Augen fahren die Bookmarkliste ab. Ah, ein weißes B auf orangefarbenem Grund. Bloggen!!!

Das wollte man ja eh schon die ganze Zeit machen, die Gelegenheit ist mehr oder weniger perfekt. Also schreibt man dann etwas, schreibt sich die Sorgen und Ängste von der Seele.

Es hilft.

Erneuter Start des Clients. Patch runterladen? Ja, sicher, blöde Frage. Mit einem leichten Zucken des Kopfes beobachtet man den Ladebalken. Installation beginnt. Installation erfolgreich abgeschlossen.

LAUNCH EVE-ONLINE!

Mittwoch, 30. Juli 2008

Pluto

Die neue Grafikkarte kam gestern morgen. Exakt das gleiche Modell wie vorher, bloß ohne den Defekt. In meinen Augen ist dieser schnelle und effektive Kundendienst ein Paradebeispiel für einen guten Kundendienst: Ohne, dass man selbst nachhaken muss, wird einem der Versand eines Ersatzteiles angeboten - kostenlos, versteht sich. Und bereits am Morgen des Folgetages ist dieses Teil da. Voll funktionsfähig, gratis und ohne verkomplizierenden Papierkram.

Der Preis dieses Services liegt im Preis des Computersystems bzw seiner Komponenten, welche, im Vergleich zu einigen Händlern, überteuert sind. Aber das ist der Nachteil an den meisten "großen" Firmen, denen man im Gegenzug aber auch, wie ein urmenschlicher Reflex, mehr Vertrauen entgegenbringt: DELL.

Schluss mit dem Gerede über Firmen und ihr Service: Ich habe mich natürlich sofort wieder ins Computerleben gestürzt, kaum steckte die neue Grafikkarte in ihrem Slot. Ich war überrascht, wieviel Unordnung eine ungeplante Abwesenheit im Spiel hinterlässt: Sellorders laufen aus oder sind preislich nicht mehr aktuell, im schlimmsten Fall sind sie mittlerweile Dumping im Vergleich zur Konkurrenz; wie das dann so ist, hat man kurz vor dem Vorfall einen möglichst kurzen Skill angeworfen, von daher sind also ein paar Tage Skillzeit verloren gegangen; das Sahnehäubchen sind die vier Missionen, welche man kurz vorher akzeptiert hatte und die über das Wochenende allesamt abgelaufen sind. Selbstverständlicherweise ist dabei das Standing flöten gegangen.

Nachdem dann der Originalzustand wiederhergestellt und alles in geordnete Bahnen gelenkt ist, kann man sich wieder andere Dinge neben EVE zuwenden, ich für meinen Teil habe einmal mehr in der Mangaliste auf Onemanga.com gestöbert. Und, siehe da, auch etwas Interessantes gefunden: Pluto. Mal ein anderer Manga, nicht ganz so einfältig wie Yugi-Oh! oder vergleichbare Kandidaten. Technisch überzeugend; eine interessante Story, die thematisch ein wenig an "I Robot" erinnert.

In einer fiktiven Zukunft ist die Robotertechnologie mittlerweile so weit fortgeschritten, dass man moderne Modelle derselben nicht mehr vom menschlichen Vorbild unterscheiden kann. Die Roboter beginnen, menschliche Züge wie z.B. Emotionen anzunehmen. Doch das Bild wird von einer Mordserie durchbrochen: Wichtige Koriphäen der Roboterwelt werden ermordet, ebenso ein Teil der höchstentwickelsten Roboter überhaupt. Sofern man denn bei letzteren überhaupt von "ermorden" sprechen kann - letztlich sind es doch auch nur Maschinen, oder nicht?

Montag, 28. Juli 2008

Ich hab da letztens so ein Spiel mit Hammergrafik gesehen...!

Da macht man in aller Ruhe seine Missionen und holt ein paar Fregatten runter und plötzlich, ohne Vorwarnung, lebt die Grafikkarte ihre Selbstmordgedanken aus. Erst legt sie den Rechner lahm, um mir dann blaue Streifen vorzuwerfen. Was für den Stier ein rotes Tuch sind für mich blaue Streifen. Ein kleiner Trost wurde immerhin gelassen: Der Mauszeiger blieb unverändert und vereinzelte Fehler in der Struktur des Streifens offenbarten die Positionen diverser Fenster innerhalb EVEs.

Zähneknirschend versuchte ich den Affengriff. Der PC verweigerte die letzte Rettung. Den Zahnschmelz abkratzend hielt ich den Einschaltknopf des Towers tödliche zehn Sekunden. Das System konnte diesem Angriff nichts entgegensetzen und gab auf.

Ein Neustart wurde effektiv durch ein Spammen des Bildschirms mit dem gesamten ASCII-Zeichensatz in dutzendfacher Ausführung unterbunden, meine gute Laune ebenfalls. Beim zweiten Vorstoß schaffte ich es immerhin bis zum Bluescreen, der dritte brachte mich bis in den abgesicherten Modus. Dort konnte ich mich allerdings nur wenige Sekunden lang halten - das System schmiss mich einfach von den Zinnen des Desktops in den Burggraben der Verzweiflung.

Händeringend suchte ich nach einer Lösung, der technische Support riet mir, das defekte Grafikelement versuchsweise neu anzuschließen. Erwartungsgemäß schlug diese Maßnahme fehl. Ein Bildschirmtest, in Eigenregie folgend, konkretisierte das Problem auf die verdächtigte Grafikkarte.

Das war Freitag. Heute haben wir Dienstag. Kommt nur eine Frage auf: Was macht ein Computerjunkie ohne Computer? Er genießt dieses öde Spiel mit der geilen Grafik, von Nerds auch "RL" genannt. Naja, von genießen kann eigentlich keine Rede sein, das einzige Interessante sind die ungelesenen Zeitschriften & Hochglanzmagazine des letzten Quartals, die er alle an einem Tag liest. Wurde ja auch mal wieder Zeit. Nachdem er es also bis Samstagnachmittag durchgehalten hat, muss improvisiert werden.

Dinge wie Mittagschlaf oder Großmutterns Geburtstagsfeier gewinnen an Bedeutung. Der Montag versinkt gänzlich hinter einem Schleier des Vergessens bzw. Verdrängens. Jetzt, am Dienstag, hält ihn nur noch die Hoffnung auf einen schnellen Kurier am Leben, damit er schleunigst wieder im Datenstrom zwischen den Millionen Rechnern schwimmen kann.