Dienstag, 30. September 2008

Dooooooooowntime

Downtime ist Depritime. Man kommt aus der Schule, hat stundenlang inadäquaten Leerkräften gelauscht und ihnen dabei zugeschaut, wie sie verkorkste Sätze und falsche chemische Formeln an die Tafel bringen, in dem sie tote Tiere auf deren Metalloberfläche zerreiben. Man ist seelisch ausgelaugt und braucht dringend ein wenig Entspannung.

In der Straßenbahn fällt einem dann ein, Ach, Patch .... verdammt...

Man überbrückt die Zeit bis zum angepeilten Ende der Downtime mit sinnlosen Tätigkeiten wie Hausaufgaben und Essen, fünf Minuten vor sechs startet man den Client. Schweißperlen strömen von der Stirn. Der Blick fällt auf die Mitteilung. Extended until 17.00GMT. Die Schweißperlen erstarren erst zu Eis, dann verdampfen sie auf der Stelle, man springt zwischen Schüttelfrost und Fieber hin und her. Achterbahnfahrt der Hormone.

Wieder eine Stunde Herzschmerz. Man wirft einen angstvollen Blick in EVE-MON. Hat man jetzt Laboratory Operations auf IV oder doch schon Electronics auf V reingehauen? Erleichterung. Keine teure Skillzeit verschwendet, war doch Electronics.

Mit zitternden Händen sucht man nach anderen Betätigungen. Deutsches Forum durchlesen. Sind noch nicht so viele neue Posts in der letzten halbe Stunde dazugekommen, die man lesen könnte. Die geröteten Augen fahren die Bookmarkliste ab. Ah, ein weißes B auf orangefarbenem Grund. Bloggen!!!

Das wollte man ja eh schon die ganze Zeit machen, die Gelegenheit ist mehr oder weniger perfekt. Also schreibt man dann etwas, schreibt sich die Sorgen und Ängste von der Seele.

Es hilft.

Erneuter Start des Clients. Patch runterladen? Ja, sicher, blöde Frage. Mit einem leichten Zucken des Kopfes beobachtet man den Ladebalken. Installation beginnt. Installation erfolgreich abgeschlossen.

LAUNCH EVE-ONLINE!

Montag, 15. September 2008

Übersetzungen

Wie eine Minderheit unter euch Lesern sicherlich bereits mitgekriegt hat, übersetze ich relativ häufig die News der deutschen Eve-Seite. Seitdem Rionan Nafee, mein fleißigerer Mitübersetzer, mich kürzlich fragte, ob ich denn die verbliebenen News übersetzen wolle, wegen der LP und die dem anderen klauen und so, ich Nein, ich mache das nicht der LP wegen sagte und darauf auch noch auf sich vermehrende Rechtschreibfehler in seinen Übersetzungen hinwies, scheint er sich ein wenig zurückgezogen zu haben - was absolut net meine Absicht war! Mach weiter, Rionan!

Es ist zwar noch nicht wirklich lange her, aber es ist eher ungewöhnlich, das er mehrere News unübersetzt gelassen hat, darunter auch ein Eintrag zum Game an sich, also in RL-Zusammenhang - bisher war ich nie gezwungen mich mal hinzusetzen, hab halt, wenn ich Lust hatte, mal was übrig gebliebenes ins Deutsche übertragen, aber mehr auch nicht (meine 'Dat muss noch fertsch werden'-Einstellung gegenüber den News tritt mir immer in den Hintern, wenn ich keinen Bock habe, aber mitunter ist der innere Schweinehund halt zu fett, als losgetreten werden zu können).

Egal, ich werde mich wie immer bemühen, lesenwerte Übersetzungen abzuliefern, Kritik ist sowieso immer erwünscht.

Aber, eigentlich wollte ich hier nur mitteilen, dass ich mich einem größeren Projekt zugewandt habe - neben den bisherigen News, versteht sich: Der Übersetzung der Chroniken. Oder zumindest einiger, wir wollen die Messlatte mal lieber nicht zu hoch ansetzen. Den ersten Wörterbucherguss könnt ihr euch herunterladen, bis dieser implementiert wird, dauert es aber noch ein paar Tage - Kritik ist aber bereits erwünscht, dann hätt ich sogar die Möglichkeit, noch ein wenig dran herumzuschrauben.

Dienstag, 9. September 2008

Frig-Turnier

Unser kleines Turnier ist beendet, wobei es auch nicht sonderlich lang war, bei fünf Teilnehmern und einfachem KO-System ist nicht allzu viel zu kämpfen. Abschließend kann man sagen: Es hat einen Höllenspaß gemacht.

Ursprünglich war das ganze gedacht, um auch den klassischen Minern PvP ein wenig näher zu bringen und auch erste (wenn auch eher spärliche) Erfahrungen zu gewähren, die über einen einfachen LowSec-Loss hinausgehen. Chancengleichheit wurde im Rahmen des Fairen durch eine Kostenbeschränkung gewährleistet: Maximal 800.000 ISK durften Schiff und Fitting zusammen kosten, außerdem höchstens Metalevel 4 - wobei dies durch die ISK-Begrenzung mehr oder weniger ausgeschlossen war.

Der Sieger wurde letztlich eine Merlin, mit je zwei Rocketlaunchern und Blastern - mit enormem Skillvorteil, aber ich will hier jetzt nicht die Leistung des Siegers kleinreden. Da das ganze sehr erheiternd, eine willkommene Auflockerung des Carebearlebens war und zugleich auch ein gewisses Maß an Spannung & Aufregung barg, ist geplant, das ganze neu aufzuziehen, sogar corpübergreifend. Auch an Modus, Regeln etc. kann und sollte noch gefeilt werden, um die ganze Sache zum bestmöglichen Erlebnis weiterzuentwickeln.

Donnerstag, 4. September 2008

Noobbashing

Ich habe kürzlich in EVE-MEEP errechnet, wieviel unsere POS monatlich verschlingt. Sprich an Ice-Produkten und Tradegoods (dieser Kram, den die NPCs verscherbeln und den man eigentlich gar nicht braucht). Alle, die unter einem schwachen Herz und/oder dauerleerer Börser leiden, sollten umgehend den nävhsten Absatz überspringen. Letzte Warnung!

Monatlich stecken wir rund einhundertundzwanzig Millionen (120!) ISK in unser bodenloses Fass. Naja, den Großteil davon erminern wir uns im nächstgelegenen Icebelt, gerade mal 32 Millionen müssen wir tatsächlich bezahlen: Die erwähnten Tradegoods kann man leider nicht abbauen, allenfalls durch exorbitant exzessives Missionfarmen.

Willkommen zurück, Herzpatienten.

Ausgelastet is die POS, aber wir haben noch Slots zum Kopieren und teilweise auch für ME-Forschung frei. Wenn also wer ein paar BPOs hat, die er gern erforscht hätte, kann er uns entweder beitreten oder sich auch einfach bei uns/mir melden. Letzteres gegen Geld, versteht sich.

Ein weiterer kleiner Schocker, der aber schon eine ganze Weile zurück liegt, war eine dreiste Erpressung. Eines schönen Tages (es schien gerade die Sonne auf mein Shuttle), war plötzlich wer im Channel, Namen möchte ich nicht nennen, sonst versaue ich ihm noch sein Geschäft des Noobärgerns. Erst fragte er, ob wir denn eine PvP-Abteilung hätten, ich, noch nicht argwöhnisch, hab ihm die Wahrheit gesagt. Die Vermutung sollte er bereits gehabt haben, da er ja via Forumsanzeige zu uns gefunden hatte. Er wollte eine Million ISK pro Member. Ich verwies ihn an unseren zu diesem Zeitpunkt meist im RL verweilenden CEO.

Das Angebot lautete in etwa: "Entweder ihr zahlt oder wir haben viel Spaß miteinander." Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits viel Spaß, aber das musste ich ja nicht direkt sagen. Daraufhin verschwand er wieder, er hat sich seitdem nicht wieder gemeldet.

Die Aufregung in der Corp war zunächst ... mittelmäßig. Es wurde sich sogar eher empört, nicht angesichts der Erpressung an sich, sondern aufgrund des lächerlichen Betrages. Selbst ein bis da eher zurückhaltender Trader, was die kämpferischen Maßnahmen angeht, war plötzlich ziemlich heiß, dem Antragssteller eins überzubraten. Wie auch immer, alles heil überstanden; Public ist wieder richtig public und wir rekrutieren jetzt wieder.

Einen kleinen Anstoß hat die Aktion aber gegeben: Wir suchen eine Allianz. Ja, wir sind wählerisch: Eine aktive, deutschsprachige (nicht meine Idee) Empireallianz im Raum um Sinq Laison soll es sein. Damit sind jetzt erst einmal 99% aller Allianzen ausgeschlossen. Mindestens. Und ja, das ist ein Aufruf an interessierte Allianzen, sich mal bei mir zu melden.

Donnerstag, 21. August 2008

R.I.P.

Da will man ganz in Ruhe, ohne irgendwelche Vorkommnisse mal eine Runde EVE spielen. Man startet den Client, braucht nur zwei Versuche, um das Passwort richtig einzutippen, freut sich beim Anblick des gestiegenen Kontostandes im Charaktermenü, betritt New Eden. Das erste Geräusch ist dieser Signalton des Postfaches. Nichtsahnend öffnet man dasselbe. "CONCORD. 1 von 1 ungelesen."

Man denkt sich: "Wer hat nu wieder was verbrochen?" und öffnet arglos die Post. Wo einem dann, nett umschrieben und in RP-Hintergrund gebettet, von der Löschung eines Charakteres erzählt wird, der sich zwölf Stunden vorher noch im Corpchat rumgetrieben hatte. Ungläubig liest man die Mitteilung zum wiederholten Male.

Was ist in ihn gefahren? Löscht ein normaler Mensch einfach mal so seinen Charakter? Ohne der Corp bescheid zu sagen? Böse Zungen würden jetzt argumentieren, dass man nicht mit den Corpmitgliedern konfrontiert werden möchte. Dann kann man doch aber einfach eine Mail auf den Corpverteiler schicken und dann off gehen. Ohne weitere Entschuldigungen oder Erklärungen, aber zumindest soviel sollte ein normaler Mensch doch noch auf die Reihe bringen.

Es ist jetzt nicht so, dass der Charakter unser CEO oder ein uraltes Mitglied der Corp wäre, einen Stützpfeiler des Lebens in der Corp darstellend. Im Gegenteil, der Char war weniger als 30 Tage alt. Aber dennoch fragt man sich unwillkürlich: "Was haben wir falsch gemacht? Lag es an uns?"

Irgendetwas muss die Person, welche hinter diesem Chatportrait stand, doch angetrieben haben. War es letztendlich nur ein Alt? Womöglich ein Spion? Zwar unwahrscheinlich, aber derartige Fragen drängen sich mir auf, wenn ich jetzt, einige Stunden später, darüber nachdenke.

Ich kann nicht allen Ernstes behaupten, dass ich von Trauer oder etwas Vergleichbarem erfüllt wäre. Und doch ist dort etwas, in der hintersten Ecke meines Herzens, das nun einen kleinen Knacks hat.

Mittwoch, 13. August 2008

Platzt das Schiff bei mehr als 5 Einheiten Uran?

Gestern abend war spontanes Corp-Mining. D.h. von ursprünglich je einer Retriever und Hulk plus haulernde Bestower wuchs die OP um eine Scythe, eine Dominix (ja, mit Mininglasern drauf), drei weitere Hulks sowie eine Mammoth als zweiten Hauler. Aggressiv befreiten wir das System von vieren seiner Belts.

Aggressiv heißt, Konkurrenten wurden vertrieben, sofern sie nicht schon selbst das Weite suchten, sobald der jeweilige Belt massiv von Sternenschauern ausgenommen wurde. Ich schlug vor, das alle den feindlichen Miner, das war zum einen eine Osprey und zum anderen eine Hulk, aufschalten und wenn möglich, die Drohnen rausholen. Mich als Miner hätte so eine wild blinkende MiningOP aus dem Belt vertrieben. Aber wir haben uns für die friedlichere Variante entschieden: Immer an dem Roid zu saugen, an welchem der Konkurrent ebenfalls gerade ackert. Letztlich haben wir gesiegt.

Nach ein wenig Herumschieben der Fleetmember haben wir es auch fertig gebracht, dass jeder Miner den Staffelbooster erhält. Es muss unbedingt mal jemand Leadership hochskillen, damit wir noch mehr mit Boni versorgen können.

In meiner unendlichen Geschichte habe ich mal eine Minmatarsklavin untergebracht. Was ich mich frage, warum haben die Amarr die Sklaverei derartig in ihre Kultur integriert? Von der Erde können sie das nicht mitgebracht haben, außer in der von CCP geschriebenen Zeit zwischen dem Jetzt und den Geschehnissen in EVE hat eine Kultur wieder die Sklaverei für sich entdeckt. Es mag heute noch Sklaven in einigen weniger entwickelten Ländern geben, aber ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass sich ausgerechnet einer dieser Zwergenstaaten in der Zukunft zu einem so großen Machtblock aufschwingt.

Warum also dann dieses Artefakt der Vergangenheit in der Zukunft wieder einbauen? Aus rollenspieltechnischer Sicht ist das sicher annehmbar, man muss die einzelnen Völker ja interessant gestalten (auch wenn die Amarr eher unbeliebt sind). Aber aus realistischer Sicht eher nicht. Ja, EVE ist nicht durchwegs realistisch. Aber EVE ist zusammenhängend, EVE legt Wert auf einen guten Hintergrund (man werfe nur einmal einen Blick in die umfangreichen Hintergrundmaterialien, wie sie auf eo.de zu finden sind), EVE hat viele realistische Merkmale.

Ja, in EVE platzt nicht sofort der Laderaum, wenn man mehrere Kilogramm angereichertes Uranium auf einen Haufen wirft. Spieltechnisch absolut begründet. Aber, um einen unmöglichen Vergleich anzustellen: Wenn man in WoW (eure Steine müsst ihr schon selbst mitbringen) sein Flugmount besteigt (WoWler, heißt das so?), muss man die maximale Geschwindigkeit, die Masse des eigenen Reittieres sowie die der Spielfigur mit Ausrüstung, die Wendigkeit sowie den Energiehaushalt des Geschöpfes (in WoW beispielsweise regelmäßige Nahrungsaufnahme) beachten? Nein. In EVE hingegen schon. Von daher ist EVE eher realistisch ausgelegt.

Aber von woher kommen dann diese Anwandlungen der amarrianischen Gotteskriecher?

Samstag, 9. August 2008

Drohnen dominieren die Welt

Nachdem ich die eingefleischten EVEler unter uns jetzt mehrmals mit offtopic gelangweilt habe, werde ich mal wieder was EVEiges schreiben.

Wir machen in der Corp ja weniger aktives PvP - sind ja nunmal eher eine industriell ausgerichtete Corp. Angesichts der Tatsache, dass man aber früher oder später eher nicht um PvP herumkommen wird, sei es im 0.0 als Teil einer größeren Allianz oder auch einfach nur beim Betreiben einer LowSec-POS, haben wir beschlossen ein kleines Fregattenturnier abzuhalten, corpintern versteht sich.

Damit würden wir mehere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Den neueren Spieler kann man einen kleinen Einblick in die Welt der PvP-Gefechte geben, als Corpaktion die Corp enger aneinander binden und, last but not least, Spaß haben.

Um die Chancen auszugleichen, sind natürlich Begrenzungen beim Fitting der Fregatten zu setzen: Nur Tech I, kein Named oder gar Faction. Rigs genausowenig (wäre sowieso ziemlich teuer für die meisten unserer Jüngeren ... nunja, mir sind sie auch zu teuer). Drohnen sind natürlich gestattet.

Natürlich hat sich sofort wer beschwert, dass die Gallente dann ja übervorteilt sind - aber mit drei Drohnen kann eine Imicus das Maximum unter den Fregatten fassen. Nicht gerade viel, aber es ist tatsächlich ein Vorteil, auch wenn einigen Aussagen zu Folge die Gallente momentan eher 'underpowered' sind. Viel drastischer ist die Situation bei den Rookieships.

Eine Velator kann zwei Smalls mitnehmen, das sind beispielsweise zwei Hobgoblin II. Was eine kleine Horde dieser Biester an einem unvorbereitetem Piloten anrichten kann, zeigt ein Video. Ich wusste schon immer, dass die Gallente alle total pwnen (Gott, ich sinke ab)! Wenn ich Missionen mache nutze ich die Drohnen nicht, wie in den Foren häufig angegeben, um die kleinen Fregatten zu beseitigen, sondern lasse sie die Cruiser und Battlecruiser zerknabbern, während ich die Frigs eigenhändig mit den 250mm-Rails wegsnipere. Ich kann nichts machen, aber die Drohnen sind nunmal mein Hauptdamagedealer.

Letztens haben wir in der Corp eine Angel Extravaganza gemacht, Level 4. Ich in der Myrmi, dazu Harbinger, Dominix und Hyperion. Die Domi war vor allem Shieldtransporter, von den metzelnden Drohnen einmal abgesehen. War nett die Missi, während ich zusammen mit der Harbinger immer alles bis Battlecruiser zerballert haben, kümmerten sich unsere Battleships um die Gegner ihrer Kragenweite.

Aber das beste kam wie immer zum Schluss: Zu Dritt (der Domipilot musste sich leider wieder ins RL begeben) warpten wir in die Bonusstage, und wie erwartet, bekam zuerst die Harbinger und dann ich Stageaggro. Wir mussten also beide raus und weil dummerweise die Hyperion das Diamondtag hatte, kamen wir so ohne weiteres auch nicht wieder rein.

Zu faul, wieder reinzufliegen, gaben wir die Mission ab - und sind damit wohl die einzige Corp, welche die Bonusstage der AE nur zur Hälfte gemacht hat. Unser fleißiger Looter welcher hinter uns herräumte, hat aber trotzdem einiges an Loot und insbesondere Salvage aus der Mission herausgeholt. Meiner Meinung nach wars trotzdem ein gelungener Abend!

Mittwoch, 6. August 2008

HAAS

Ich habe vor einiger Zeit in irgendeinem Forum (wahrscheinlich eve-online.de, aber so sicher bin ich mir da nicht), einen überaus amüsanten Film gefunden. Naja, längeren Clip. Nein, das ist kein illegaler Verschnitt irgendeiner TV-Sendung, hochgeladen auf YouTube. Es ist auch kein EVE-Video (tut mir leid, all ihr EVE-Junkies da draußen).

Es geht um einen HAAS. Wer sich jetzt wundert, warum dieses Wort in keinem Duden zu finden ist, dem habe ich eine kurze Erklärung zusammengeschustert: Einen kleinen, süßen Hasen nennt man Häschen, mitunter auch Keule oder Steak. Einen durchschnittlichen Hasen nennt man... nunja, Hase halt. Und wie nennt man einen großen, übergewichtigen Hasen, welcher einen Panzer zerquetschen würde, wenn er sich draufsetzte? Auch wenn er das von der körperlichen Fitness her gar nicht schaffen würde? Ich nenne so ein Monstrum HAAS.

Nunja, entgegen dem Klischee von Monsterkarnickeln ist dies kein Irrer in Hasenkostüm, welcher Animator im Freizeitpark um die Ecke ist. Es ist auch nicht diese Manifestation des Dunklen aus dem Film Donnie Darko (ein überaus empfehlenswerter Film, am Rande bemerkt). Es, oder besser er, ist ein gutmütig Fleischbrocken, mit Vorliebe für Schmetterlinge. Er schnieft, ich meine schnuppert, gerne an Blumen auf der Wiese vorm Bau. Und er ist sadistisch.

Die Antagonisten des Filmes, ein drolliges rundes Etwas (ich tippe auf Kreuzung aus Hamster und Maus, kombiniert mit Softball und Backenhörnchen), ein reichlich blöder Fuchs sowie ein Flughörnchen, die fiese Macht hinter den dreien, bekommen letztere Seite früh genug zu spüren. Dabei... nein, keine Spoiler. Einfach gucken, entspannen und kommentieren: Big Buck Bunny.

Dienstag, 5. August 2008

Wie sicher bist Du im Internet?

Ich habe gerade in unserem Forum einen Beitrag gelesen, der folgende Geschichte beinhaltet.
Sie handelt davon, wie einfach es ist, jemanden auszutricksen und an dessen Informationen zu gelangen.
Überlege dir beim Lesen, wie wäre es dir ergangen, hätte man auch dich austricksen können?


Fußschritte

Shannon konnte die Fußschritte hinter sich hören, als sie nach Hause ging. Der Gedanke, dass sie verfolgt wird, ließ ihr Herz schneller schlagen. Du bist lächerlich, sagte sie sich selbst, niemand verfolgt dich.
Um sicher zu gehen, beschleunigte sie ihr Schritttempo, doch die Schritte glichen sich den ihren an.

Sie hatte Angst, nach hinten zu sehen und sie war froh, dass sie fast zu Hause war. Shannon sagte ein schnelles Gebet, Gott, bitte lass mich sicher nach Hause kommen. Sie sah das Außenlicht brennen und rannte den Rest des Weges, bis zum Haus.
Erst mal drinnen, lehnte sie sich einen Moment gegen die Tür,
erleichtert in den sicheren vier Wänden ihres Zuhause zu sein.
Sie sah aus dem Fenster, um nachzusehen, ob jemand da draußen war.
Der Gehweg war leer.

Nach dem Durchblättern ihrer Bücher entschloss sie sich, einen Snack zu sich zu nehmen und online zu gehen.
Sie loggte sich unter ihren Nicknamen ByAngel213 ein.
Sie sah in ihre Buddyliste und stellte fest, dass GoTo123 online war.
Sie schickte ihm eine Nachricht.

ByAngel213: Hi Ich bin froh dass du online bist!
Ich hab geglaubt, dass mich jemand nach Haus verfolgt hat.
Es war total komisch!

GoTo123: Du guckst zu viel Fern.
Wieso sollte dich jemand verfolgen?
Wohnst du nicht in einer sicheren Gegend?

ByAngel213: Natürlich wohne ich in einer sicheren Gegend.
Ich nehme an, dass ich mir das nur eingebildet habe,
denn ich hab niemanden gesehen, als ich rausgeschaut habe.

GoTo123: Es sei denn, du hast deinen Namen übers Internet rausgegeben.
Das hast du doch nicht gemacht oder?

ByAngel213: Natürlich nicht. Ich bin doch nicht doof, weisst du?

GoTo123: Hattest du ein Softball Spiel nach der Schule heute?

ByAngel213: Ja, und wir haben gewonnen!

GoTo123: Das ist Klasse! Gegen wen habt ihr gespielt?

ByAngel213: Wir haben gegen die Hornets gespielt.
Deren Uniformen sind total schrecklich!
Sie sehen aus wie Bienen.

GoTo123: In welchem Team spielst du?

ByAngel213: Wir sind die Canton Cats.
Wir haben Tigerpfoten auf unseren Uniformen.
Die sind total cool.

GoTo123: Hast du gepitched?

ByAngel213: Nein, ich spiele second Base.
Ich muss weg. Meine Hausaufgaben müssen fertig sein, bevor meine Eltern nach Hause kommen. Ich will sie nicht verärgern. CU.

GoTo123: Bis dann. CU.

Währenddessen......
GoTo123: ging zum Mitglieds Menü und begann die Suche nach ihrem Profil.
Als er es fand, markierte er es und druckte es aus.
Er holte einen Stift heraus und begann aufzuschreiben, was er bis jetzt über ByAngel213 wusste.

Ihr Name: Shannon
Geburtsdatum: 3. Januar 1985 - Alter:13
Staat in dem sie wohnt: North Carolina
Hobbies: Softball, Chore, Skating und Shoppen.
Neben dieser Information wusste er, dass sie in Canton wohnt, weil sie es ihm gerade gesagt hat.
Er wusste, dass sie bis 18:30 Uhr alleine war, und das jeden Nachmittag, bis ihre Eltern von der Arbeit kommen.
Er wusste, dass sie im Schulteam Donnerstag Nachmittag Softball spielt.
Und dass sich das Team Canton Cats nennt.
Ihre Glückszahl 7 ist auf dem Rücken ihrer Uniform gedruckt.
Er wusste, dass sie im siebten Schuljahr der Canton Junior High School war.

Das hat sie ihm erzählt.
All dies in einer Unterhaltung, die sie online hatten.
Er hatte jetzt genug Information, um sie zu finden.
Shannon erzählte ihren Eltern nicht von dem Geschehen auf dem Weg nach Hause.

Sie wollte nicht, dass sie ihr eine Szene machen und ihr verbieten würden, zu Fuß nach Haus zu gehen nach dem Softball Spiel.
Eltern übertreiben immer maßlos und ihre waren die Schlimmsten.
Sie wünschte, sie wäre kein Einzelkind.
Wenn sie doch einen Bruder und eine Schwester hätte, dann wären ihre Eltern nicht so übertrieben beschützerisch.

Bis Donnerstag hatte Shannon die Fußschritte längst vergessen.
Sie war gerade mitten im Spiel, als sie merkte, dass jemand sie anstarrte.
In dem Moment fielen ihr auch wieder die Schritte ein.
Sie sah von ihrem Second Base nach oben, um festzustellen, dass ein Mann sie genau beobachtete.
Er lehnte sich gegen den Zaun und lächelte, als sie ihn ansah.
Er sah überhaupt nicht angsteinflößend aus und sie vergaß schnell wieder ihre Bedenken.
Nach dem Spiel saß er auf einer Bank in ihrer Nähe, als sie noch kurz mit dem Trainer sprach.
Sie bemerkte sein Lächeln auf ein Neues und ging an ihm vorbei.
Er nickte und sie lächelte zurück.
Ihm fiel der Name auf dem Rücken ihres Trikots auf, und er wusste, dass er sie gefunden hatte.
Er ging mit einem sicheren Abstand hinter ihr her.
Sie waren nur ein Paar Häuser von Shannons Zuhause entfernt.
Und als er wusste, wo sie wohnt, ging er schnell zurück zum Park, um sein Auto zu holen.

Jetzt musste er warten.
Er entschloss sich, etwas zu essen, bis die Zeit gekommen war, nach Shannons Haus zu gehen.
Er fuhr zu einem Schnellrestaurant und blieb dort, bis es Zeit war, seinen Schritt zu machen.
Shannon war in ihrem Zimmer, als sie Stimmen im Wohnzimmer hörte.
Shannon, komm her, rief ihr Vater.

Er hörte sich besorgt an, und sie konnte sich keineswegs vorstellen, warum.
Sie ging ins Zimmer, als sie den Mann vom Spielfeld auf dem Sofa sitzen sah. Setz dich, fing ihr Vater an, dieser Mann hat uns gerade eine sehr interessante Geschichte über dich erzählt.
Shannon ging zu einem Stuhl gegenüber im Raum.
Wie konnte er ihren Eltern überhaupt irgend etwas erzählen?
Sie hatte ihn bis heute noch nie zuvor gesehen!
Weißt du, wer ich bin Shannon? fragte der Mann sie.
Nein, antwortete Shannon.
Ich bin ein Polizist und dein Online Freund, GoTo123.
Shannon war erstaunt.
Das ist nicht möglich!
GoTo123 ist ein Kind in meinem Alter!
Er ist 14 und wohnt in Michigan!
Der Mann lächelte.
Ich weiß, dass ich dir das erzählt habe, aber es war nicht wahr.
Siehst du, Shannon, es gibt Menschen online, die nur so tun, als ob sie Kinder wären; ich war einer von denen.

Doch während andere es machen, um Kinder zu finden und ihnen weh zu tun, gehöre ich zu der Gruppe, die es macht, um Kinder zu schützen.
Ich bin hergekommen, um dich zu finden, und um dir beizubringen, wie gefährlich es sein kann, zu viel Information rauszugeben, an Menschen übers Internet.
Du hast mir genug erzählt, um es mir leicht zu machen, dich zu finden.
Dein Name, die Schule, die du besuchst, der Name deines Ball Teams, und die Position, in der du spielst.
Die Nummer und der Name auf deinem Trikot machte das Finden nur noch einfacher.
Shannon war immer noch erstaunt.
Du wohnst nicht in Michigan?
Er lachte.
Nein, ich wohne in Raleigh.
Es hat dir ein sicheres Gefühl gegeben zu glauben, dass ich so weit weg wohne, nicht wahr?
Sie nickte.

Ich hatte Freunde, der ihre Tochter war genau wie du, nur hatte sie nicht so viel Glück.
Der Mann fand sie und tötete sie, während sie allein zuhause war.
Kinder wird beigebracht, nie jemanden zu sagen, wenn sie allein zuhause sind, jedoch tun sie es ständig, online.
Sie tricksen dich aus, Informationen rauszugeben, ein wenig hier, ein wenig da.
Bevor du es weisst, hast du ihnen genug erzählt, damit sie dich finden können, ohne dass du es überhaupt bemerkt hast.
Ich hoffe, dass du daraus etwas gelernt hast und demnächst vorsichtiger bist.
Das werd ich, versprach Shannon.
Wirst du anderen davon erzählen, damit sie auch sicher sind?
Das verspreche ich!

Wir bitten euch von Herzen -
schickt diese Geschichte an so viele Menschen wie möglich,
um sie vor dem Schlimmsten zu bewahren.
Kopiert sie in eure Seite,
sendet sie per Mail und Newsletter weiter, so oft es euch möglich ist.
Bittet alle, die ihr kennt, das Gleiche zu tun.

Ihr könnt diese Geschichte auch ausdrucken und eurem Lehrer geben. Bittet ihn einmal eine Unterrichtsstunde mit diesem Thema zu gestalten. Macht daraus Gruppenarbeiten, dann macht es gleich doppelt soviel Spass.
© 2002-2005 by Projekt "missbrauchte-seelen". Alle Rechte vorbehalten.

Also, gebt euren Senf ab! Was denkt ihr dazu?





Sonntag, 3. August 2008

Cappuchino

Das Wochenende ist bald vorbei und ich habe noch nichts dazu beigetragen, die blogspot-Server zu überlasten. Aber ich muss auch ehrlich zugeben: Mein Leben ist eigentlich so langweilig, dass man da nicht viel erzählen kann. Stattdessen werde ich mal aus fremden Nähkästchen plaudern: Es gibt Väter und Väter (und Väter, aber die sind jetzt mal uninteressant). Die einen sind... nun ja, väterlich. Nett zum Kind, kümmern sich um dasselbe. Die anderen sind gensau das Gegenteil.

Zur Veranschaulichung: Der Vater steht auf Cappuchino-Joghurt (die Abartigkeit dieser Geschmacksrichtung spielt für die Betrachtung dieses Falles keine Rolle). Der Rest der Familie, also Sohn, Tochter, Ehefrau, mag diesen Joghurt nicht. Normalerweise kauft ein Vater, wenn er einkaufen fährt, andere Geschmacksrichtungen. Unser Exemplar nicht, denn, so sagt er, es sei einmal ein Joghurtbecher ganze zwei Tage über das Verfallsdatum gekommen. Man lasse sich diesen Skandal einmal auf der Zunge zergehen. EIN Joghurt ist EINMAL in VIELEN Jahren nicht bis Mindesthaltbarkeitsdatum gegessen worden. Findige Anwälte würden dass als Argument nutzen, um bei jedem Einkauf einen Joghurtbecher weniger zu kaufen. Ein [beliebigen stark beleidigenden Ausdruck hier einsetzen] Vater nutzt die Gelegenheit, um den Konsum anders schmeckender Joghurts gänzlich einzustellen.

Naja. Es gibt immer und überall Entwicklungen. In welche Richtung, sei mal dahingestellt. Die Struktur der genannten Familie scheint sich in nicht allzu ferner Zukunft zweizuteilen, wobei noch unklar ist, inwiefern dies den Vater berühren wird...

Anderes Thema: Die Sternenschauer hatten Freitag ihre erste IceminingOP. Ich habe mit meiner Iteron V mit 25.000 m³ Frachtraum gehaulert. Ich ahnte ja, dass Icemining den Adrenalinspiegel nicht so sehr wie "normales" Mining in die Höhe treibt. Aber dass der Unterschied so extrem ausfallen würde, hatte ich nun wirklich nicht geahnt! Letztlich haben wir uns entschieden, eine Iteron II haulern zu lassen, damit ich mit einer behelfsmäßig ausgestatteten Hulk mithelfen konnte. Da hockten wir also mehrere Stunden im Belt, um der POS Treibstoff für weitere zwei Wochen zu verschaffen. Der einzige Trost war, dass wir beim nächsten Icemining zwei Mackinaws mehr haben werden - zumindest eine geringfügige Ertragssteigerung.

Die POS forscht weiterhin fleißig und schluckt auch ungerührt Unmengen an Iceprodukten - warum mussten wir, größenwahnsinnig wie EVEler nun sind, auch gleich nen Large Tower nehmen? Okay, ich unterschlage, dass der Großteil, also alles bis auf zwei Labs (die kamen von einem Neuzugang), eine Spende von einem Mitglied war. Aber wir hätten den Large ja verscherbeln und stattdessen nen kleineren in den Orbit schießen können - aber nun gut, man wächst mit den Herausforderungen.

Das Forum läuft auch wie geschmiert, unser Logo prangt reizvoll auf dem Bildschirm. Was ich damit eigentlich alles sagen will ist: Wir rekrutieren!

Wir sind weder so stiefväterlich wie Vater B, noch sind wir eine kleine Kiddiecorp, welche sich am Canflipping irgenwelcher dahergelaufenen Rookies aufgeilt. Wir haben eine absolut funktionierende Struktur, welche sowohl Aufstiegsmöglichkeiten als auch Sicherheiten für das einzelne Mitglied gewährt - nicht, dass dies nötig wäre, versteht sich.

Also, greift mit den Sternenschauern nach den Sternen!

Mittwoch, 30. Juli 2008

Pluto

Die neue Grafikkarte kam gestern morgen. Exakt das gleiche Modell wie vorher, bloß ohne den Defekt. In meinen Augen ist dieser schnelle und effektive Kundendienst ein Paradebeispiel für einen guten Kundendienst: Ohne, dass man selbst nachhaken muss, wird einem der Versand eines Ersatzteiles angeboten - kostenlos, versteht sich. Und bereits am Morgen des Folgetages ist dieses Teil da. Voll funktionsfähig, gratis und ohne verkomplizierenden Papierkram.

Der Preis dieses Services liegt im Preis des Computersystems bzw seiner Komponenten, welche, im Vergleich zu einigen Händlern, überteuert sind. Aber das ist der Nachteil an den meisten "großen" Firmen, denen man im Gegenzug aber auch, wie ein urmenschlicher Reflex, mehr Vertrauen entgegenbringt: DELL.

Schluss mit dem Gerede über Firmen und ihr Service: Ich habe mich natürlich sofort wieder ins Computerleben gestürzt, kaum steckte die neue Grafikkarte in ihrem Slot. Ich war überrascht, wieviel Unordnung eine ungeplante Abwesenheit im Spiel hinterlässt: Sellorders laufen aus oder sind preislich nicht mehr aktuell, im schlimmsten Fall sind sie mittlerweile Dumping im Vergleich zur Konkurrenz; wie das dann so ist, hat man kurz vor dem Vorfall einen möglichst kurzen Skill angeworfen, von daher sind also ein paar Tage Skillzeit verloren gegangen; das Sahnehäubchen sind die vier Missionen, welche man kurz vorher akzeptiert hatte und die über das Wochenende allesamt abgelaufen sind. Selbstverständlicherweise ist dabei das Standing flöten gegangen.

Nachdem dann der Originalzustand wiederhergestellt und alles in geordnete Bahnen gelenkt ist, kann man sich wieder andere Dinge neben EVE zuwenden, ich für meinen Teil habe einmal mehr in der Mangaliste auf Onemanga.com gestöbert. Und, siehe da, auch etwas Interessantes gefunden: Pluto. Mal ein anderer Manga, nicht ganz so einfältig wie Yugi-Oh! oder vergleichbare Kandidaten. Technisch überzeugend; eine interessante Story, die thematisch ein wenig an "I Robot" erinnert.

In einer fiktiven Zukunft ist die Robotertechnologie mittlerweile so weit fortgeschritten, dass man moderne Modelle derselben nicht mehr vom menschlichen Vorbild unterscheiden kann. Die Roboter beginnen, menschliche Züge wie z.B. Emotionen anzunehmen. Doch das Bild wird von einer Mordserie durchbrochen: Wichtige Koriphäen der Roboterwelt werden ermordet, ebenso ein Teil der höchstentwickelsten Roboter überhaupt. Sofern man denn bei letzteren überhaupt von "ermorden" sprechen kann - letztlich sind es doch auch nur Maschinen, oder nicht?

Montag, 28. Juli 2008

Ich hab da letztens so ein Spiel mit Hammergrafik gesehen...!

Da macht man in aller Ruhe seine Missionen und holt ein paar Fregatten runter und plötzlich, ohne Vorwarnung, lebt die Grafikkarte ihre Selbstmordgedanken aus. Erst legt sie den Rechner lahm, um mir dann blaue Streifen vorzuwerfen. Was für den Stier ein rotes Tuch sind für mich blaue Streifen. Ein kleiner Trost wurde immerhin gelassen: Der Mauszeiger blieb unverändert und vereinzelte Fehler in der Struktur des Streifens offenbarten die Positionen diverser Fenster innerhalb EVEs.

Zähneknirschend versuchte ich den Affengriff. Der PC verweigerte die letzte Rettung. Den Zahnschmelz abkratzend hielt ich den Einschaltknopf des Towers tödliche zehn Sekunden. Das System konnte diesem Angriff nichts entgegensetzen und gab auf.

Ein Neustart wurde effektiv durch ein Spammen des Bildschirms mit dem gesamten ASCII-Zeichensatz in dutzendfacher Ausführung unterbunden, meine gute Laune ebenfalls. Beim zweiten Vorstoß schaffte ich es immerhin bis zum Bluescreen, der dritte brachte mich bis in den abgesicherten Modus. Dort konnte ich mich allerdings nur wenige Sekunden lang halten - das System schmiss mich einfach von den Zinnen des Desktops in den Burggraben der Verzweiflung.

Händeringend suchte ich nach einer Lösung, der technische Support riet mir, das defekte Grafikelement versuchsweise neu anzuschließen. Erwartungsgemäß schlug diese Maßnahme fehl. Ein Bildschirmtest, in Eigenregie folgend, konkretisierte das Problem auf die verdächtigte Grafikkarte.

Das war Freitag. Heute haben wir Dienstag. Kommt nur eine Frage auf: Was macht ein Computerjunkie ohne Computer? Er genießt dieses öde Spiel mit der geilen Grafik, von Nerds auch "RL" genannt. Naja, von genießen kann eigentlich keine Rede sein, das einzige Interessante sind die ungelesenen Zeitschriften & Hochglanzmagazine des letzten Quartals, die er alle an einem Tag liest. Wurde ja auch mal wieder Zeit. Nachdem er es also bis Samstagnachmittag durchgehalten hat, muss improvisiert werden.

Dinge wie Mittagschlaf oder Großmutterns Geburtstagsfeier gewinnen an Bedeutung. Der Montag versinkt gänzlich hinter einem Schleier des Vergessens bzw. Verdrängens. Jetzt, am Dienstag, hält ihn nur noch die Hoffnung auf einen schnellen Kurier am Leben, damit er schleunigst wieder im Datenstrom zwischen den Millionen Rechnern schwimmen kann.

Freitag, 25. Juli 2008

Prelude

So damit gehöre ich jetzt also auch zu jenem extrovertierten Haufen, welcher sich regelmäßig via Internetblogs die Sorgen vom Leib redet. Womit die Menschen noch vor wenigen Jahren die nächstbesten Pfarrer totgeheult haben, verstopfen sie jetzt die transatlantischen Kabelstränge: Sorge, Ängste, Hoffnungen... eher weniger. Meistens sind es sinnlose Aneinanderreihungen von Worten und Interpunktionen, welche mit Müh und Not einen Sinn ergeben. Eben so, wie die gerade gelesenen Zeilen.

Während meine Hulk also gerade zum nächstbesten Asteroidengürtel warpt, mir Howard Shore die klangliche Atmosphäre meine Zimmers versüßt und ich meine geistigen Ergüsse einmal nicht in Form einer skurrilen Geschichte sondern als umso skurrileren Blog niederschreibe, wird von mir verlangt, ein Logo für meine Corporation zu entwerfen, die Spiegel zu putzen sowie den Mülleimer zu leeren.

Da kommt in den Windungen meines Hirnes die Frage auf, was davon ich als erstes in Angriff nehmen sollte. Also wird eine Prioritätenliste angefertigt: Logo kann warten, läuft nicht weg. Der Spiegel auch nicht. Der Mülleimer hingegen läuft sowohl über als auch weg. Nachdem ich seinen Inhalt dann also eingefangen und abgetötet hatte, konnte ich mich wieder EVE widmen und den Belt von einer Pyroxeresplage befreien. Der war bestimmt dankbar.

Ich nutzte die Gelegenheit, um die DrohnenKI einem Test zu unterziehen. Wenn ich die einem Asteroiden zuweise und dieser irgendwann gänzlich abgebaut ist, wenden sie sich dann auch an den am weitesten entfernten, harmlosesten (kleinsten) Asteroiden, der innerhalb der 45 Kilometer Drohnenreichweite liegt? Zumindest während Missionen handhaben sie das so. Während mein fliegender Bumerang von diversen Fregatten mit allerlei Elektrokram malträtiert und aus der Ferne von irgendwelchen Kreuzern mit mannsgroßen Geschossen luftdurchlässig gemacht wird, suchen sich diese kleinen Intelligenzbestien grundsätzlich die Gegnergruppe aus, die mich noch uninteressant findet. Bis sie dann von den Drohnen angegriffen wird, sich wehrt und mindestens zwei meiner 800.000 ISK-Freunde in Sternenstaub verwandelt. Um die Waffentürme dann auf mich zu richten, wo ich mich ja über jedes zusätzliche Problem freue.

Aber ich muss euch enttäuschen, sie entscheiden sich, den Asteroiden gar nicht erst abzubauen. Stattdessen umkreisen sie mich und bumpen alle Schiffe innerhalb von drei Kilometern so effektiv, dass der Hauler während der MiningOP Probleme hat, ohne Traktorstrahl bis zu mir durchzudringen.

So, genug geheult, ich wollte euch nur beweisen, dass ich zu der Minderheit gehöre, welche sich in Blogs tatsächlich ausheult.